Eine der häufigsten Fragen rund um Elektromobilität lautet: Was kostet ein E-Auto wirklich pro 100 Kilometer? Während Herstellerangaben oft sehr optimistisch ausfallen, interessiert Autofahrer vor allem die Realität im Alltag – inklusive Strompreise, Wartung, Verschleiß und typischer Zusatzkosten.

In diesem Artikel berechnen wir die realistischen Kosten pro 100 km für E-Autos im Jahr 2026 und vergleichen verschiedene Ladeszenarien. Außerdem zeigen wir, wie sich die Kosten gegenüber Verbrennern einordnen lassen.


1. Die wichtigste Basis: Stromverbrauch eines E-Autos

Der Stromverbrauch eines E-Autos wird in kWh pro 100 km angegeben. Er hängt stark ab von:

  • Fahrzeuggröße und Gewicht
  • Fahrstil und Geschwindigkeit
  • Außentemperatur
  • Streckenprofil (Stadt, Land, Autobahn)

Typische reale Verbrauchswerte:

  • kleine E-Autos: ca. 14–17 kWh / 100 km
  • Kompaktklasse: ca. 16–20 kWh / 100 km
  • SUVs & größere Modelle: ca. 20–25 kWh / 100 km

Für unsere Berechnungen nehmen wir einen realistischen Durchschnitt von 18 kWh / 100 km.


2. Stromkosten pro 100 km – je nach Ladeszenario

2.1 Laden zu Hause (Haushaltsstrom)

Viele Fahrer laden überwiegend zu Hause an der Wallbox.

Typischer Strompreis 2026: ca. 0,30–0,35 € pro kWh

Rechnung:

  • 18 kWh × 0,32 € = 5,76 € pro 100 km

Damit ist das Laden zu Hause die günstigste und planbarste Variante.


2.2 Laden mit Photovoltaik

Wer eine eigene PV-Anlage nutzt, kann einen Teil des Stroms sehr günstig oder nahezu kostenlos beziehen.

Typische Mischrechnung (Netz + PV):

  • effektiver Strompreis: ca. 0,10–0,18 € pro kWh

Rechnung:

  • 18 kWh × 0,15 € = 2,70 € pro 100 km

Das ist derzeit der günstigste Weg, ein Auto zu betreiben.


2.3 Öffentliches AC-Laden

Öffentliches AC-Laden kostet 2026 meist:

  • 0,35–0,55 € pro kWh

Rechnung (0,45 €):

  • 18 kWh × 0,45 € = 8,10 € pro 100 km

2.4 DC-Schnellladen unterwegs

DC-Laden ist bequem, aber teuer.

Typische Preise:

  • 0,50–0,79 € pro kWh

Rechnung (0,65 €):

  • 18 kWh × 0,65 € = 11,70 € pro 100 km

Auf Langstrecken kann der Kostenvorteil gegenüber Verbrennern hier schrumpfen.


3. Wartungskosten beim E-Auto

E-Autos haben deutlich weniger Verschleißteile als Verbrenner:

  • kein Ölwechsel
  • kein Zahnriemen
  • keine Abgasanlage

Typische Wartungskosten:

  • E-Auto: ca. 300–500 € pro Jahr
  • Verbrenner: oft 700–1.200 € pro Jahr

Umgerechnet auf 100 km (bei 15.000 km/Jahr):

  • E-Auto: ca. 2–3 € pro 100 km

4. Verschleiß: Reifen, Bremsen & Co.

E-Autos sind schwerer, was den Reifenverschleiß etwas erhöhen kann. Gleichzeitig schont Rekuperation die Bremsen.

Realistische Zusatzkosten:

  • Reifen & Bremsen: ca. 1–2 € pro 100 km

5. Gesamtkosten pro 100 km – realistisch zusammengefasst

Ladeszenario Strom Wartung & Verschleiß Gesamt
Zu Hause laden 5,8 € 3–5 € 9–11 €
PV-Laden 2,7 € 3–5 € 6–8 €
Öffentlich AC 8,1 € 3–5 € 11–13 €
DC-Schnellladen 11,7 € 3–5 € 15–17 €
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Produktpreise und -verfügbarkeit sind zum angegebenen Datum / Uhrzeit korrekt und können sich ändern. Alle Preis- und Verfügbarkeitsinformationen auf https://www.amazon.de/ zum Zeitpunkt des Kaufs gelten für den Kauf dieses Produkts.
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6. Vergleich zum Verbrenner

Ein typischer Benziner mit 7 l / 100 km bei 1,80 € pro Liter:

  • 12,60 € Kraftstoff
  • + Wartung & Verschleiß: ca. 4–6 €
  • = 17–19 € pro 100 km

Ein Diesel mit 6 l / 100 km liegt ähnlich.


7. Wann wird das E-Auto besonders günstig?

  • überwiegendes Laden zu Hause
  • Nutzung von PV-Strom
  • moderate Fahrweise
  • wenig DC-Schnellladen

Wer diese Punkte beachtet, fährt ein E-Auto oft für weniger als die Hälfte der Kosten eines Verbrenners.


8. Fazit: Die Kosten pro 100 km sind planbar – und meist niedriger

E-Autos sind im Alltag meist deutlich günstiger als Verbrenner, insbesondere wenn zu Hause oder mit Photovoltaik geladen wird. Öffentliches Schnellladen kann teuer sein, bleibt aber die Ausnahme.

Wer Ladeverhalten, Stromtarife und Fahrweise bewusst steuert, fährt 2026 nicht nur emissionsärmer, sondern auch spürbar günstiger.

Autor: Jens

Dr. Jens Bölscher ist studierter Betriebswirt mit Schwerpunkt Wirtschaftsinformatik. Er promovierte im Jahr 2000 zum Thema Electronic Commerce in der Versicherungswirtschaft und hat zahlreiche Bücher und Fachbeiträge veröffentlicht. Er war langjährig in verschiedenen Positionen tätig, zuletzt 14 Jahre als Geschäftsführer. Heute ist er als Odoo-Berater tätig. Seine besonderen Interessen sind Innovationen im IT Bereich.